Maximón / San Simón

Wer ist Maximón

Die meisten Guatemalteken sind überzeugte Katholiken. Andere aber verehren den Maximón. Maximón (genannt bei den Indios) oder auch San Simón (für Ladinos) ist aus einer Art Trotzreaktion gegenüber der Katholische Kirche entstanden, denn diese verbat bei der Kolonisation Guatemalas den Einheimischen ihren ursprüngliche Glauben. Der Maximón ist eine Männergestalt, die auf einem Stuhl "unter" einem Altar sitzt, einen offenen Mund hat und beide Hände frei hat. Die gläubigen Leute ordnen dem Maximón alle möglichen Götter zu, so glauben sie, das er Gott, Buddha, Judas, Mayagott, und andere repräsentiert. Das ist auch ersichtlich an der unterschiedlichen Bekleidung des Maximón, einmal trägt er eine traditionellen Tracht (Zunil / Quetzaltenango), einmal ist er ein wohlhabender Kaufmann (San Andrés Itzapa / Chimaltenango), und einmal repräsentiert er einen Offizier (Santiago Atilán). Es gibt nur 3 Maximóns in Guatemala.
Die 3 Stätten des Maximón sind richtige Wallfahrtsorte, denn es reisen Gläubige aus allen möglichen Provinzen und Länder zu ihm. Es werden richtige Zeremonien abgehalten. So kaufen die Leute farbige Kerzen, Alkohol, Zigarren und opfern diese auf interessante Weise. Der Alkohol wird dem Maximón in den offenen Mund geleert oder auch selbst getrunken, die Zigarre angezündet und ihm in den Mund oder in die Hände gesteckt. In Zunil wird der Alkohol aufgefangen, wieder abgefüllt und weiter verkauft. Gleichzeitig werden die Kerzen angezündet und Gebete gesprochen. Die Zigarren werden manchmal auch selbst geraucht, denn man glaubt, daß durch den aufsteigenden Rauch ein bessere Kontakt zu ihm aufgenommen werden kann, und durch den Alkohol soll man gereinigt werden. Manchmal werden sogar Hühner geopfert. Wir haben Leute gesehen, die haben sich drei Zigarren gleichzeitig in den Mund gestopft und angezündet. Es besteht auch die Möglichkeit "selbsternannte" Maya-Priester anzuheuern, die einen engeren Kontakt zu Maximón haben sollen. Man erzählt diesen seine Wünsche, und gibt ihnen den Alkohol, Zigarren etc. und diese halten für die entsprechende Person die Zeremonie ab. Außerdem sollen diese Pseudo-Priester über 150 USD für eine Zeremonie nehmen, je nachdem wie groß die Wünsche sind. Scheinbar wurden auch schon Wünsche erfüllt, denn man findet bei der Stätte viele Danksagungen, die in die Wände der Maximón-Kapelle gemeißelt wurden.
Die Maximón-Anhänger wollen aus ihm einen Heilgen machen, und ihn mit der Kirche vereinigen. Doch die Kirche ist strikt dagegen. Alle Heiligen der Kirche sind auf einem Altar lokalisiert, der Maximón muß aber unter dem Altar sitzen. Es gibt Leute, die an Beides glauben, an die Kirche und an den Maximón. Da Randgruppen, wie Schwule, Lesben und Prostituierte von der Kirche nicht gerne gesehen werden, treffen sich diese auch bei Maximón.
Es gibt viele wilde Mythen und Geschichten um den Maximón, zum Beispiel kann man ihn auch aus der Ferne um Wünsche bitten. In diesem Fall ist es wichtig, daß man ein Foto von ihm bsitzt. Dieses muß man allerdings "umgekehrt - auf dem Kopf stehend" vor die Opfergaben Kerzen etc. stellen.

Die farbigen Kerzen

Die Farben der Kerzen, die bei einer Zeremonie angezündet oder verbrannt werden, haben eine klare Bedeutung. So hat jede Farbe seine Wünsche:

rot Liebe, Vertrauen und Wille
grün Geschäft und Wohlstand
blau Arbeit und Glück
rosa Gesundheit und Hoffnung
schwarz Gegen Feinde und Neid
violett Zähigkeit und schlechte Gedanken
hellblau Geld, Glück, Reisen und Studium
gelb Schutz gegen erwachsene Personen
weiß Schutz für die Kinder

Bilder

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